Bergen Kirkenes Bergen mit der Trollfjord, ein Reisebericht

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Das Schiff

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Vorwort

Als ausgesprochene Skandinavien und Polarlichtfans hatten wir den Wunsch, die norwegische Kueste entlang, mit einem Postschiff der Hurtigrute zu erkunden. Bisher schreckte uns der doch recht hohe Preis fuer dieses Unternehmen ab.

Unseren ersten Anlauf unternahmen wir im Fruehjahr 2010, fuer September 2010. Doch fuer alle Termine waren alle Schiffe schon ausgebucht. Na ja, da Polarlichter eh im Winter am besten zu sehen sind, entschlossen wir uns fuer eine Winterreise und buchten die elftaegige Reise fuer Februar/Maerz 2011.

Es sollte trotz Verspaetung unsere Silberhochzeitsreise werden. Die Preise sind fuer diesen Zeitpunkt etwas moderater und so entschieden wir uns fuer die Kabinenkategorie Q, eine Minisuite. Diese kostet im Winter weniger als eine Innenkabine zur Hochsaison im Sommer.

Unser Schiff soll und wird die schoene MS Trollfjord

Die Anreise

Nun ist es endlich soweit. Schon Tage zufuhr sind die Koffer gepackt. Viele gute Tips haben wir uns aus dem Hurtigforum bekommen. Der Abflug geht Fruehmorgens ab Hamburg. Um den Anreisestress so gering wie moeglich zu halten, waehlten wir fuer die Nacht vorher ein Hotel in Flughafennaehe. Hier konnten wir auch unseren PKW fuer wenig Geld die 12 Tage parken.

Bei traumhaften Wetter ging unser Flieger der SAS puenktlich Richtung Kopenhagen. In Kopenhagen hatten wir ca. 30 min bis zum Abflug nach Bergen.

Schnell mussten wir von Terminal 2 nach 3 . Aber das verlief alles problemlos. Fast puenktlich startete unser Flug nach Bergen. Unser erstes positives Erlebnis war der Anflug auf Bergen, wo uns bei traumhaften Wetter, eine Landschaft empfing, die man so nur im Maerchen findet.

Die Umsteigezeit in Kopenhagen reichte zwar fuer uns aus, leider aber nicht fuer unser Gepaeck. Und so mussten wir uns erst einmal darum kuemmern, dass unsere sieben Sachen zu uns aufs Schiff gebracht werden. Scheinbar hatten die norwegischen Kollegen am Reklamationsschalter im Airport sehr viel Erfahrung damit, sprachen auch gut deutsch und da bis zum Ablegen des Schiffes noch viel Zeit war, machten wir uns nur wenig Sorgen. Auch deswegen nicht, weil der naechste Flug ab Kopenhagen 17.00 Uhr ging. Zum Glueck betraf es nicht nur uns alleine, sondern alle die von Hamburg anreisten.

Die Aktion am Flughafen kostete natuerlich etwas Zeit und so war der Transferbus zum Hurtigrutenterminal schon voll und stand kurz vor der Abfahrt. Der Busfahrer, recht freundlich, sorgte fuer einen Ersatzbus. Nach ca 45 min traf dieser dann mit einen freudestrahlenden Busfahrer, der uns herzlich winkend begruesste ein. Schnell war das groesstenteils nicht vorhandene Gepaeck im Bus verstaut. Nach ca. 30-40 min standen wir dann vorm Hurtigrutenterminal. Da die Zeit nun auch schon etwas fortgeschritten war, konnten wir sofort an Bord gehen. An der Rezeption bekamen wir unsere Bordkarten, klaerten die Sache mit unserem Gepaeck und konnten nun unsere Kabine beziehen.

1.Tag

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Unsere erste Feststellung, unser Schiff ist eine kleine Schoenheit. Alles blitzte und glaenzte, ueberall und alles sah sehr schnieke aus. Unsere Kabine, eine Minisuite auf Deck 6, befindet sich direkt am Bug, unterhalb der Bruecke, auf der rechten Seite (Steuerbord). Drei groessere Bullaugen, zwei nach vorn und eins zur Seite sorgten am Tage fuer ausreichend Licht. Bedenken, da sich unsere Kabine am umlaufenden Deck befand, hatten wir anfaenglich wie viele andere auch. Doch diese Bedenken zerstreuten sich waehrend unser Reise voellig. Ab und zu, wenn landschaftlich etwas angesagt war, waren die Fenster zwar von Mitreisenden verstellt aber meist waren wir selbst zu diesen Zeitpunkt draussen und verstellten die Fenster selbst, da sich dort die windstillsten Plaetze befanden.

Weiterhin war unsere Kabine eingerichtet mit einem Ehebett, Nachttische Fernseher, Stereoanlage, Kuehlschrank, Tisch mit zwei Sessel, Dusche WC und ausserdem fanden wir noch einen Wasserkocher, Glaeser, Tee, Instantkaffee u. Utensillien vor. Steckdosen befanden sich in unserer Kabine etliche, so das wir auf unsere Dreifachleiste verzichten konnten.

Noch vor dem Abendessen gab es eine obligatorisch Infoveranstaltung der Reiseleitung.

18:30 Uhr gingen wir zum Abendessen. Ein reichhaltiges Buffet liess keine Wuensche offen. Gegen 19:00 Uhr legten wir erstmals ab, aber nur um mit der anderen Seite wieder anzulegen. Die Fenster der Steuerbordseite mussten noch von Landseite geputzt werden. Nach dem Abendessen wurde dann unser nun angekommenes Gepaeck zur Kabine gebracht und es stand einer schoenen Reise nichts mehr im Wege.

Nun eroberten wir das Schiff. Den Shop auf Deck 5 statteten wir einen Besuch ab. An der Bar Deck 8 liessen wir unsere Bordkarte fuer ein Kundenkonto freischalten und kauften auf diesem Weg gleich das Kaffeepaket. Dafuer bekam man je einen Isolierbecher mit Hurtigrutenaufschrift und dem Schiffsnamen. Nun konnte wir zu jeder Tag und Nachtzeit Kaffee trinken, so viel und so oft man wollte. Aber unsere Ueberraschung war sehr gross, denn als wir zur Kabine zurueck kehrten, fanden wir in der Kabine einen Obstkorb, im Kuehler eine Flasche Sekt und zwei Isobecher samt Kaffeepacket. Wir Ueberlegten nur kurz ob wir das gekaufte Kaffeepacket zurueckzugeben. Entschieden uns aber die Becher zu behalten. Puenktlich um 22:30 Uhr legten wir ab und unser lang ersehnte Reise konnte beginnen.

2.Tag

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Nach einer mehr als gewoehnungsbeduerftigen Nacht war fuer uns obligatorischen Langschlaefern die Nacht um 07:45 Uhr zu Ende. Wir wahren uns sehr einig, dass man sich daran erst einmal gewoehnen muss. Gegen 08:30 Uhr ging es zum Fruehstueck. Frisch gestaerkt, ging es mit Kamera bewaffnet an Deck. Das wunderbare Wetter, verbunden mit der atemberaubenden Landschaft, sorgten fuer sehr viel Kurzweil. Hier bringen Worte nicht ansatzweise das Empfinden rueber. Bilder sagen mehr als tausend Worte.

Gegen Mittag legten wir in Alesund an und erkundeten dieses nette Staedtchen auf eigene Faust. Kurz vorm Ablegen zurueck, musste ich mit Entsetzen feststellen, dass mein kleiner Karabinerhaken vom Halsband, leer war und sich meine Bordkarte bei unserer Expedition heimlich verkruemelte. Da man sich beim Landgang Aus und wieder Einscannen lassen muss, hatte ich nun ein echtes Problem....Hm.

Aber Alles ging total unkompliziert. An der Rezeption wurde meine verlorene Karte sofort gesperrt und eine Neue ausgestellt. Schnell habe ich mich wieder eingescannt und die neue Karte per Sicherheitsleine und Karabiner am Halsband festgemacht. Trotzdem haben wir diesmal, die Karte meine Frau fuer das Bordkonto freischalten lassen. Zurueck in der Kabine, stellten wir freudig fest, dass zwei niegelnagelneue Hunting Lightmuetzen auf unserem Bett lagen und der Obstkorb frisch aufgefuellt war. Mittagessen liessen wir wegen des Landganges ausfallen. Da sich nun aber langsam Hunger einstellte, nahmen wir unsere Becher und fuellten diese in der Cafeteria auf und kauften uns ein lecker Stueck Kuchen dazu. Da wir beim Abendessen zur Ersten von zwei Sitzungen gehoerten, hielt die Vesper bis dahin an.

Nun hatten wir noch viel Zeit die Landschaft zu geniessen, das Schiff zu erkunden und auch einmal den Internetzugang zu testen. Ueber unser kleines Netbook waehlten wir uns ueber W-lan ins Hurtigrutennetz ein und hatten eine eher maessige und nicht immer stabile Verbindung ins Netz. Fuer E-mails und kurze Forumseintraege reichte es aber aus.

Nach dem Ablegen in Molde gingen wir zum Abendessen . Heute gab es zum ersten mal, ein Drei- Gaenge- Menue. Es war sehr, sehr lecker.

Auf den Weg nach Kristiansund bemerkte ich erste leichte Aufhellungen am Ost und Nordhorizont. Erste Probeaufnahmen aus der freien Hand gab Gewissheit, dass es sich tatsaechlich um Polarlicht handelte. Ich holte mein Stativ und positionierte mich vorn auf Deck 6 und probierte, bei nicht ganz ausgezogenen Stativ, die verschiedensten Einstellungen. Mit 3200 ISO und 4-10 sek. bei f/2,8, war Sie gefunden. Das Polarlicht wurde dann intensiver, so das von der Reiseleitung Nordlichtalarm ausgerufen wurde. Nun war meine Einsamkeit an Deck 6 zu Ende. Meine Bilder waren im Kasten und Neue nicht mehr moeglich. Deck 6 vorne war ueberfuellt. Fuer ein Stativ kein Platz mehr und wildgewordene Blitzlichtknipser verleideten jeden weiteren Versuch. So konnte man das Polarlicht wenigstens auch visuell geniessen. Positiv ist anzumerken, dass sonst "noch "kein Fremdlicht vorne an Bord stoerte.

Bilder der Polarlichter gibst hier

3.Tag

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Die letzte Nacht war dank Polarlicht nicht all zu lang. Aber dank Eingewoehnung, haben wir viel besser geschlafen. Schon sehr frueh legten wir in Trondheim an. Nach dem Fruehstueck besuchten wir das Schwesterschiff die Midnatsol. Fast baugleich fanden wir uns auf diesem Schiff sofort zurecht. Die Farbgestaltung der Midnatsol sagte uns nicht so zu. Alles war in sogenannten Sommerfarben gehalten. Da empfanden wir das elegante Blau der Trollfjord als sehr angenehm und edel. Aber nicht nur aus diesem Grunde sind wir froh, Passagiere der Trollfjord zu sein. Spaeter mehr.

Da wir nicht so die Sightseeingtypen sind, werden wir wohl Trondheim spaeter mal den gebuehrenden Respekt erweisen. Diesmal lassen wir das Mittag nicht ausfallen und sind ueber die Reichhaltigkeit der angebotenen Speisen ueberrascht. Besonders angetan sind wir vom ueberaus leckeren Nachtischangebot. Ich bekenne mich als absoluter Fan der angebotenen Eis, Cremes, Mouse, Obst und Kuchen.

Den restlichen Tag nutzen wir zum Chillen. Bei dieser phantastischen Athmosphaere ist es nicht schwer mal seine Seele so richtig baumeln zu lassen. Kaffee, Aussichtslounge, Landschaft und Wetter sorgen fuer maximale Erholung.

Das Abendesen erhielt diesmal von uns die Note 3. Waren wir noch vom Mittag satt? Na ja, nach Speiseplan sollte es Forelle geben. Diese hat sich aber zum Lachs gewandelt. Aber wir sind ja nicht bloss zum Essen hier :o)

Da wir Morgen frueh den Polarkreis ueberqueren werden, gab es ein Quiz. Wann werden wir Diesen denn zeitlich genau ueberqueren. Heike tippte auf 07:32 Uhr und 14s, ich auf 07:14,22.

Draussen an Bord gab es sternklaren Himmel. Dank fehlender Fremdlichter war dieser knackige Himmel ein wahrer Augenschmaus. Vom Polarlicht zu diesem Zeitpunkt noch keine Spur.

Zu spaeterer Stunde legten wir in Rorvik an und trafen dort, die am Kai liegende, suedgehende, MS Vesteralen. Leider konnten wir dort nicht an Bord, da dort wohl jemand das Essen nicht vertragen hat und das Schiff wegen diesen Durchfallkandidaten unter Quarantaene stand.

Nach Rorvik, gegen 22:30 Uhr, konnte ich dann mein zweites Polarlicht dieser Reise fotografieren. Da ich dieses Ereignis alleine an Deck 6 bemerkte, es sehr Horizontnah und nicht all zu intensiv war, gab es kein Alarm und dem Rest ist wohl dieses Polarlicht entgangen.

4. Tag

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Um 7:34 Uhr ueberquerten wir den Polarkreis. Und was soll ich sagen? Wir schaemen uns, wir haben es um 6 Minuten verpasst....aehh...verschlafen. Ok Heike lag nur 2 Minuten daneben. Knapp daneben ist aber auch vorbei ;o)
Die Begegnung mit der suedgehenden Nordkapp haben wir aber nicht verpasst. Mit den Typhonen begruessten sich die Schiffe. Auch hier war man stolz auf der Trollfjord zu sein. Das Typhon der Trollfjord macht doch echt etwas her.

Um 10 Uhr fand die obligatorische Polarkreistaufe mit Mr Neptun statt. Da wir es ja verpasst hatten, haben wir uns vor der Taufe gedrueckt. Eiswasser im Nacken war auch nicht soo unser Ding.

Nach dem Mittag liefen wir Bodoe an. Wir erkundeten die Stadt auf eigene Faust und konnten dieser Stadt, mit ihrer relativ neuen Architektur nicht viel abgewinnen. Die Tour zu den Saltstraumen waehre zwar ein Highlight gewesen . Wir hatten Sie aber nicht auf dem Plan. Eigentlich Schade aber u.A. ein Grund fuer eine naechste Reise.

Weiter geniessen wir das schoene Wetter und laufen auf offenem Wasser den Lofoten entgegen. Nach einem wunderbaren Abendessen und sternklarem Himmel sind wir nun auf dem Weg nach Svolvaer

Wieder vorn auf Deck 6, geniesse ich die Ruhe und das knackige Firmament. Im Norden beginnt sich das Polarlichtoval aufzuwoelben. Es bilden sich Beamer aus, die auf dem Kameradisplay auch rote Farbe zeigen. Das Polarlicht dreht nun richtig auf. Ich geniesse die Lichtershow und mache ein Foto nach dem anderen. Nun wird auch Polarlichtalarm ausgegeben. Nur noch fuer kurze Zeit habe ich es fuer mich alleine. Wenige Minuten spaeter ist Deck 6 stark besiedelt. Wir laufen Svolvaer an. Hier haben wir 1 Stunde Aufenthalt. Kurze Ueberlegung, ob man ev. von Bord geht und von da fotografiert werfen wir schnell ueber Bord. Denn das Panorama welches sich vom Deck aus bietet ist schon genial. Direkt hinter und neben den Bergen leuchtet das praechtige Gruen und variiert in Form und Intensitaet. Durch das kraeftige Stadtlicht gestaltet sich die Belichtung jedoch schwer. Nach Ausfahrt schwaechte sich das Nordlicht ab und war nun nicht mehr so fotogen.

Ein weiteres Highlight in dieser Nacht, war die Anfahrt und Ausleuchtung des Trollfjord. Leider gelang mir kein vernuenftiges Bild des ausgeleuchteten Fjord. Aber suedgehend wird er ja nocheinmal bei Taglicht angelaufen.

5. Tag

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Beim Aufwachen werden die Leinen geloest und wir verlassen Harstad. Alles halb so schlimm, suedgehend werden wir hier am neunten Tag unseren Vesteralen-Ausflug beginnen. Und wie gesagt, eigentlich sind wir Langschlaefer und bemerken eigentlich schon ein leichtes Schlafdefizit. Aber schlafen koennen wir auch zu Hause.

Nach dem Fruehstueck halten wir erst einmal die Nase an die Luft und bemerken, das wir unser bisher makelloses Wetter hinter uns gelassen haben. Leichte Schleierwolken bilden die Voraussetzung fuer ein weiteres Himmelsphaenomen. Ab jetzt konnte man schoene Nebensonnen und andere Haloerscheinungen um die Sonne erkennen. Der schoenen Landschaft tat das keinen Abbruch sondern bildet so ein weiteres I-tuepfelchen.

Nach Finnsness am Vormittag, laufen wir nach dem Mittag Tromsoe an. Was habe ich mich gesehnt einmal diese Stadt zu sehen. Als Polarlichtfan hat man schon sehr viele Bilder aus dieser Region gesehen und sich heimlich gewuenscht einmal hier oben zu sein. Hier in Tromsoe besuchten wir natuerlich die Bruecke um einen Schnappschuss vom eigenen Schiff zu bekommen. Danach ging es in das Polarmuseum. Die hier gezeigten Exponate waren sehr interessant und die lebensechte Darstellung war sehr begeisternd.

Voller Vorfreude erwartenden wir die blaue Stunde um endlich die Eismeerkadetrale erstrahlen zu sehen. Aber nicht nur sie war ein Augen-und Fotoschmaus, sondern die ganze beleuchtete Stadt war ein wunderschoener Anblick.

Nach dem Abendessen wurden wir mit einer Hiobsbotschaft boese ueberrascht. Alle Ausfluege rund um das Nordkap und Scooterfahrt fallen wegen Sturm und gesperrte Strassen aus. Einzigster Lichtblick, Wir laufen Honningsvag nicht ueber die Suedrute an, sondern wir machen einen Umweg noerdlich am Nordkap vorbei und laufen Honningsvag von Norden her an. Das Wetter wird schwerer und wir erleben unsere erste turbulente Nacht.

6. Tag

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Oh Mann, Frau, was fuer eine Nacht. Geschlafen, haben wir nicht wirklich gut. Nun, bei wieder ertraeglichen Seegang, steht einem entspannten Fruehstueck nichts mehr entgegen. Ausser das wir heute den noerdlichsten Punkt unserer Tour umschiffen, kann ich an dieser Stelle nun auch noch meinen Geburtstag feiern. Was hier oben so alles los war wird uns bewusst, als wir an einer Insel mit einem kleinen Windpark vorbei kommen. Hier hat es doch tatsaechlich einen Fluegel eines Windrades zerlegt, der nun auf halb neun hing. Mann o Mann.

Wir begegnen der Richard With, die ja dieses Wetter live mitmachte und irgendwie sah man es Ihr an. Sie sah frostig aus, sehr frostig. Ein erster Gang nach draussen loeste erst einmal ein Raetsel der letzten Nacht. Waehrend des heftigen Seegang letzte Nacht nervte nicht nur das ewige Geschaukel sondern auch ein endloses Geklapper. Das Schaukeln blieb und wurde auch etwas heftiger, das Geklappere verschwand schlagartig. Der Sonnenstuhl vorne unter unserem Bullaugen fand den Platz nicht mehr so gut und verkruemelte sich zu den Rettungsbooten. Was fuer ein Seegen. Wir holten den Stuhl nicht zurueck.

Wie versprochen umschifften wir das Nordkap. Auch dieses Ereignis war sehr beeindruckend. Zum ersten befanden wir uns ja nun noch ein Zacken noerdlicher als jeder normale Nordkapbesucher. Umschifften vorher natuerlich das eigentliche Nordkap, die Landzunge Knivskjellodden, welche ca. 1,4 km noerdlicher liegt als das "normale" Nordkap. Weiterhin konnten wir Dinge sehen, die von der Landseite so nicht zu sehen sind, wie z.B. das Nordkaphorn.

Honningvag erreichten wir um ca 15:00 Uhr und legten dort mit nur 15 Minuten Verspaetung ab und waren somit wieder im Plan. Fuer diese Umschiffung sind wir unserem Kapitaen sehr dankbar, weil nicht selbstverstaendlich. Andere Schiffe gingen diese Rute nicht und liessen das Nordkap einfach fallen.

Ach so, da war ja noch mein Geburtstag. Wer Wert drauf legt im Mittelpunkt zu stehen sollte der Kellnerschaft mit einen kleinen Tipp nachhelfen. Dann gibt es so eine Art norwegische Polonaese, wo die Kellner und Kellnerinnen mit Norwegenflagge dem Geburtstagskind ein Staendchen singen. Sehr amuesant und gluecklicherweise nicht an meinem Geburtstag. Dafuer gab es ein geniales "Geburtstagsbuffet" Das Arcticbuffet, mit Meeresfruechte, Krappen, Krebse und andere feine Sachen. Wann hat man das schon.

Nach einer kleinen Feier ging es frueh ins Bett.

7.Tag

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Heute gibts die Wende. Am Vormittag laufen wir Kirkenes an. Weit im Osten von Norwegen, im Dreilaendereck, 10 km von Russland und 35 km von Finnland entfernt. Hier erwarten uns mehrere Busse, die uns zu den jeweiligen Ausflugsorten bringen sollen. Sehenswert ist schon unser Scout, ein Sami der auch dementsprechend bekleidet war. So u.A. mit einer genialen Schneefuchskappe. Als gut deutschsprechender Scout zeigte er uns die Stadt und brachte uns zum Eishotel.

Hier besuchten wir auch ein Rentiergehege, kehrten in einer Schaenke ein, bekamen Saft und leckere, am offenen Feuer gegrillte, Rentierwurst. In einer Samijurte waermten wir uns am Feuer und durften uns dann spaeter das mit traumhaften Eisskulpturen verzierte Eishotel anschauen. Jedes Zimmer hatte ein anderes Thema und leuchtete im dezenten Licht. Einfach ein Traum, der leider viel zu schnell verging.

Ab jetzt sind wir die Suedgehenden, obwohl wir ja erst einmal Nordwaerts fahren. Aus Kirkenes auslaufend, werden wir von mehreren Gruppen Schweinswale und anderen groesseren Fischen begleidet.

Da es nun wieder Richtung Barentssee geht wird es wieder etwas Briessiger. Nichts destotrots hielt ich nach dem Abendessen wieder nach Polarlicht Ausschau. Anfaenglich versuchte ich mit Komplett eingezogenen Stativ Bilder vom Deck6 am Bug aufzunehmen. Die blaue Sicherheitsbeleuchtung zerstoerte jedoch jeden Weissabgleich der Kamera. Ich versuchte nun mit halb ausgezogenen Stativ an der Rehling Bilder zu machen, um den blauen Lichtern zu entfliehen. Dort war der Wind so heftig, dass eine Windboee in einen ganz kurzen unachtsamen Augenblick das Stativ erfasste und es umschmiss. Ich erstarrte vor Schreck. Die Schadensanalyse zeigte, dass nur die Sonnenblende des Objektives kaputt gegangen war. Tape musste helfen. Ich fluechtete nun zum Heck. Hier stoerte zwar die helle Beleuchtung. Es war aber Windstill und ganz an der Rehling gelangen ausgesprochen sehenswerte Bilder.

Spaeter versuchte ich noch mein Glueck auf dem Aussendeck von Deck 9. Dieses war zwar gut besucht aber ein ordentliches Plaetzchen fand sich immer. So entstanden bei recht ansprechenden Polarlichtaktivitaet noch sehr ansprechende Fotos. Der zunehmende starke Seegang der Barentssee verhinderte dann jede weitere fotografische,und spaeter jegliche Aktivitaet an Deck. Der Versuch, weit nach Mitternacht noch eine Zigarette im Windschatten der Rettungsboote zu rauchen, war ein schwieriges Unterfangen. Da war zu erst die Kunst die die Fluppe anzuzuenden. Irgendwann war das geschafft, da schnorrte der Wind, man glaubt es kaum, aber die Zigarette rauchte sich von selbst in einer Affengeschwindigkeit. Die zusaetzliche Gischt und die Schaukelei trieben mich schnell wieder rein, was auch nicht so leicht war. Erst die zum Heck gerichtete Eingangstuer konnte ich mit Mueh und Not oeffnen.

Eine sehr wilde Nacht stand uns bevor. Dank Pille von Ratio.......blieben die Tueten leer. Also die Pillen halfen wirklich.
Erstaunlicherweise konnte ich recht gut schlafen.

8.Tag

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Der Morgen war um Vieles ansprechender. Wir befanden uns in seichtere Kuestengewaesser. Einem angenehmen Fruehstueck stand nichts im Wege. Die Sonne lachte, als wenn nichts war. Vormittag begegneten wir der alten Dame, die nordgehende MS Lofoten. Hoffentlich erwischt sie besseres Wetter, doch der Wetterbericht sagt weitere schwere Stuerme voraus.

Vor dem Mittag laufen wir Hammerfest an und wir erkunden die Stadt auf eigene Faust. Auffaellig war beim Einlaufen in Hammerfest eine Kirche. Diese moechten wir besuchen. Da sie offen ist, konnten wir die sehr schoene Inneneinrichtung bewundern. Sehr schoene Fenster und eine wunderschoene Orgel fielen ins Auge. Da wir in Hammerfest nicht so viel Zeit hatten, ging es rechtzeitig wieder zum Schiff. Bei den, auch in anderen Staedten vorhandenen Strassen und Fusswegverhaelltnissen, haben sich unsere Schuhspikes sehr bewaehrt. Es war streckenweise Sch......glatt.

Nach den obligatorischen Schiffsaktivitaeten wie Kaffee, Internet Shop, Lounge, Fotos und Abendessen, ging es spaeter auf Deck 9. Hier lauerte ich auf erste Anzeichen von Nordlichtern. Es dauerte nicht lange und der erste gruene Bogen war erspaeht. Die Helligkeit entwickelte sich Vielversprechend. Nur aufziehende Bewoelkung vereitelte bessere Sichtungen. Bis 22:30 Uhr waren mehrmals weitere Pl-Aktivitaeten zu bemerken

Das Wetter sorgte wieder einmal fuer einen zeitigen Bettgang. Und da Morgen der Vesteralenausflug fuer 08:15 Uhr ansteht, ist fuer uns zeitiges Aufstehen angesagt.

9.Tag

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Heute Morgen war zeitiges Aufstehen angesagt. Es stand der Vesteralenausflug auf dem Program. 08:15 Uhr soll es auf dem Landweg von Harstad ueber Trondenes durch die schoene Insellandschaft der Vesteralen zur blauen Stadt, Sortland gehen.

Kurz vor 08:00 Uhr fahren wir dem Hafen von Herstad entgegen. Im Hafen liegt die alte Dame MS Vestaralen. Kurz nach unserem Anlegen legt die MS Vesteralen ab. Leider keine Zeit Ihr Auslaufen zu verfolgen. Die Busse warten

Mehrere Busse stehen zur Abfahrt bereit. Die Busse sind nach Sprachen aufgeteilt. Wir entscheiden uns fuer den Deutsch/ Norwegischen. Der Ausflug beginnt mit einer Stadtrundfahrt durch Harstad. Wir erfahren sehr viel aus der Zeit des zweiten Weltkrieges. Nach der Sadtrunfahrt geht es zur Halbinsel Trondenes. Hier steht ein Gottesdienst in einer mittelalterlichen Kirche auf dem Program. Ok, wir lassen den Gottesdienst aus und geniessen die Landschaft und sehen unser Schiff an uns vorbei ziehen. Was fuer ein Anblick.

Nach Beendigung des Gottedienstes besuchen wir das Trondens Historiske Senter, ein Museum ueber die Geschichte der Wikinger bis zur Gegenwart. Sehr schoen werden die Exponate in zum Teil dramatischen Licht und Geraeuschen dargeboten. So geriet dieser Museumsbesuch doch zu einen echten Highlight. Ich bin begeistert.

Beim Wiederaufbruch zeigte sich, dass wir uns am Anfang fuer den richtigen Bus entschieden hatten. Eine Gruppe musste zurueck bleiben, da ihr Bus erst einmal anderweitig eingesetzt wurde. Im Nachgang erfuhren wir auch, dass nur zwei Busse auf der Faehrueberfahrt des Gullesfjord zugelassen waren. Diese Gruppe besuchte daher noch die historischen Stellen des zweiten Weltkrieges u.A. die sogenannte Adolfskanone.

Wir konnten aber unsere Fahrt nach Plan fortsetzen. Wir lernten die wunderschoene Landschaft der Vesteralen kennen. Erfuhren Kurioses, Dramatisches und viel Geschichtliches. Leider konnten wir nur einen Bruchteil der Schoenheit erfassen, da das Wetter dies nur eingeschraenkt zuliess. Die Faehrueberfahrt dauerte ca. 30 Min. An Bord gab es Gebaeck und Kaffee. Teile des Gebaeck war echt lecker. Besonders die gerollten Crepes. Fuer Waffeln mit braunen Kaese konnten wir uns aber nicht begeistern. Weiter ging die Tour zur "blauen" Stadt Sortland. Hier erwartete uns ein weiteres Highlight das mir als Schiffsspotter sehr wichtig war und auf das ich nur sehr ungern verzichtet haette. Kurz vor Sortland steht eine Ueberfahrt ueber die Sortlandbruecke. Kurz vor der Bruecke stellen sich die Busse am Strassenrand in Wartestellung. Kurze Zeit spaeter erblickten wir die Trollfjord. Majestaetisch steuert sie auf die Bruecke zu. Wie auf Kommando starten die Busse. Auf der Bruecke fahren die Busse dann sehr langsam und wir erleben die An- und Durchfahrt der Trollfjord. Wir wurden vom Schiff mit ihrem maechtigen Typhon begruesst. Ein wirklich sehr schoenes Gimmick, auf das ich nur sehr ungern verzichtet haette. Die dritte Gruppe konnte diesen genialen Abschluss der Tour leider nicht miterleben. Puenktlich fuenf Minuten vorm Ablegen trafen sie erst am Schiff ein.

Am Nachmittag steuerten wir Stokmarknes an. Hier stand der Besuch des Hurtigrutenmuseum an. Draussen stand die alte Finnmarken deren Aufbauten witterungsbedingt abgedeckt waren. Im Museum erfuhren wir vieles ueber die Geschichte der Hurtigruten. Nur leider reichte die Zeit nicht aus, sich intensiver damit zu beschaeftigen.

Abends erfuhren wir, dass es bei unseren Schwesterschiff Midnatsol und deren Nordkaptour zu erheblichen Problemen kam. Zwei Busse kommen von der Strasse ab, einer kippte sogar um. Es gab wohl zwei Verletzte. Die Touristen wurden per Kettenfahrzeuge zum Nordkapplateau gebracht. Erst kurz nach Mitternacht waren die Leute wieder auf ihrem Schiff. Alle weiteren Ausfluege wurden gecancelt und die Midnatsol kehrte zurueck nach Tromsoe. Eine Tour, wo echt der Wurm drin war. Zwar sehr abenteuerlich, aber etwas auf das ich wohl gerne verzichten kann.

10.Tag

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Nach einen erlebnisreichen Tag und einer doch, recht ruhigen Nacht, stehen heute, am zehnten Reisetag mehrere kleine Highlights auf dem Zettel. Nach dem Fruehstueck begegnet uns die nordgehende Nordnorge. Rechtzeitig war die Kamera zur Hand und es entstanden einige schoene Schnappschuesse.

Etwas spaeter entdeckten wir auf unserer Reise, zum ersten mal Seeadler. Dieser kleine Aufreger brachte einen Grossteil der Hobbyfotografen auf den Plan.

Das Ereignis, dass wir Nordgehend um wenige Minuten verpassten, ging uns heute nicht durch die Lappen. Um 09:31 Uhr passierten wir den Polarkreis und diesmal wird der Globus, der diese Stelle markiert, auf den Chip gebannt. Noch war das Wetter recht ansprechend. Doch einige Nebensonnen, die rechts und links der Sonne an den Schleierwolken auftauchten, deuteten auf eine Wetterverschlechterung hin. Leider fiel die Bergkette der sieben Schwestern, diesem Schlechtwetter zum Opfer. Eingehuellt im Wolkennebel, gaben sie nur wenig von sich Preis. Der Wind nahm auch wieder zu, sorgte aber fuer einen turbulenten Himmel, der auch ab und zu sonnige Abschnitte zuliess.

Jedenfalls werden die Zeiten der Deckslaeufer, einer Gruppe, die das umlaufende Deck 6 fuer sich und ihrer Fitness entdeckt haben, schwerer, denn es ist nicht leicht, am Bug um die Kurven zu kommen.

Gegen 16:20 Uhr erreichen wir Bronnosund. Ein naechstes, fotografisches Ziel ist schon fast in Reichweite, aber die Sonne steht schon verdammt tief. Da wir hier erst um 17:00 Uhr ablegen, wird es fuer das Loch im Berg Torghatten recht eng. Ich muss auch gestehen, dass wir uns auf dieses Ereignis recht schlecht vorbereitet haben. Denn wir wussten nicht an welcher Stelle bzw. Himmelsrichtung am Berg wir das Loch finden wuerden. Die Daemmerung nahm immer weiter zu und vom Loch war weit und breit nichts zu sehen. Eigentlich waren wir bei den schlechten Lichtverhaeltnissen der Meinung, dass wir dieses Loch nicht zu sehen bekommen, Heike war es kalt und sie brach die Aktion ab. Ich hielt noch aus und wurde nach dem wir den Berg umfuhren hatten, mit einem klar sichtbaren Loch im Berg belohnt. Fuer eine ansprechendes Foto musste ich den ISO heftig hoch waehlen um noch eine ansprechende Belichtungszeit zu stande zu bekommen.

Puenktlich 18:30 Uhr gingen wir zum Abendessen. Die Vorspeise, eine Suppe wurde serviert und schmeckte koestlich, als ploetzlich Polarlichtalarm gegeben wurde. Ich kaempfte sehr mit mir, ob ich oder wir das Abendessen unterbrechen und an Deck gehen. Da der Reiseleiter aber bei seinen Alarm mitteilte, dass es sich um ein praechtiges Polarlicht handelt, konnte ich nicht mehr an mir halten und wollte ein Probebild machen. Ich holte die Kamera samt Stativ und ging zum Heck. Was ich dort sah verschlug mir die Sprache. Sehr heftige Intensitaet mit vielen Variationen und Bewegungen. Es blieb nicht beim Probebild. Erst als die Aktivitaet merklich nachliess, kehrte ich mit der Kamera in den Speisesaal zurueck. Auf meinen Stuhl sass unser Lieblingskellner Nisse. Alle Blicke waren auf mich gerichtet. Ich schnappte mir einen Stuhl vom Nachbartisch und setzte mich als dritter, an die Seite des Tisches. Die leicht angespannte Situation entspannte sich sofort und es brach in unserer unmittelbaren Tischnachbarschaft ein koestliches Gelaechter und Heiterkeit aus. Nisse gab meinen Platz wieder frei und ich bekam mein Essen noch serviert. Gemeinsam schauten wir uns noch mit den Kellnern die Bilder an, bis kurz darauf der Akku schlapp machte.

Nach dem Essen gingen wir mit Kamera, Stativ, und frischem Akku auf s Aussendeck von Deck 9. Bereits beim raustreten bemerkten wir, dass es sich um ein ganz besonderes Polarlichtereignis handeln musste. Die Aktivitaet, gegenueber vorher, hatte weiter zugenommen. Am gesamten Himmel waren helle und neongruene Boegen Strudel, Beamer mit blauer und roter Farbe. Man wusste echt nicht, was man zuerst fotografieren sollte. Durchgefuehrte Objektivwechsel sorgten zeitweise fuer technische Probleme. Die Kamera wollte partu nicht ausloesen, bis ich merkte das am Objektiv der Autofokus eingeschalten war. So entgingen mir doch einige sehr, sehr schoene Strukturen. Es war aber wohl eins der heftigsten Polarlichter die ich miterleben durfte. Ein spaeteres Nachrecherchieren ergab, dass es einige Tage vorher erhoehte Sonnenaktivitaet gab und unser Erde einen geomagnetischen Sturm erlebte.

Nachts nahm der geomagnetische Sturm ab und der waschechte Sturm zu. Es gab zwar noch Polarlicht aber ein fotografieren war nicht mehr moeglich. In der Nacht erlebten wir wohl den bisher heftigsten Sturm an Bord. Dank Pille war es ueberhaupt moeglich etwas zu schlafen. Ein Vergnuegen war es nicht.

11.Tag

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Fruehmorgens in Trondheim angekommen, nutzen wir das schaukellose Schiff eine Stund Nachtschlaf nachzuholen. 09:00Uhr gingen wir erst zum Fruehstueck.. Natuerlich blieb dabei nicht mehr viel Zeit fuer die Stadtbesichtigung. Diese muessen wir wohl auf der naechsten Reise nachholen. Viele sind vom Bord gegangen und starteten von hier ihre Heimreise. Das Schiff ist merklich leerer geworden. Ab Trondheim fuhren wir lange Zeit in geschuetzten Gewaessern. Doch das sollte nach Kristiansund anders werden. Schon fruehzeitig wurden wir darauf aufmerksam gemacht das es auf Grund der Wetterverhaeltnisse zu Aenderungen im Tagesablauf besonders beim Abendessen geben wird. Die See zeigt sich schon am Nachmittag sehr aufgeweuhlt. Kleinere Schiffe haben selbst im Gewaesser vor Kristiansund ihre liebe Mueh.

Als wir gegen 17:00 Uhr Kristiansund verlassen, wissen wir warum es die Aenderung im Tagesablauf gab. Abendessen war in einer Sitzung fuer 20:00 Uhr angesetzt. Wir befuhren nun wieder freies Gewaesser. Eine Achterbahnfahrt begann. Es wurde hoechste Zeit mir eine Pille einzupfeifen. Eigentlich war es schon zu spaet. Ich beschreibe nun detailliert was ich so fuehlte. Meine Eingeweide rumorten fuerchterlich. Ich hatte sehr viel Luft im Bauch, so wie beim Limonade trinken. Es begann ein vermehrter Speichelfluss gegen den man kaum ankam. Beim besten Willen konnte ich mir vorstellen in ca. einer Stunde zum Abendessen zu gehen. Ich glaube ich werde Seekrank. Meine Tablette fing dann nach 30 Minuten zu wirken. Trotz immer noch heftigen Seegang, klangen die Beschwerden ab. Das flaue Gefuehl im Magen verschwand und auch im Kopf wurde ich wieder klarer.

Als wir dann um 20 Uhr wieder in seichte Gewaesser unser Abendessen einnahmen, konnte ich schon wieder mit uneingeschraenkten Appetit zulangen. Die Belegung des Speisezahl zeigte aber, dass nicht jeder diese Fahrt so ueberstanden hatte. Ab 22:00 Uhr ist eine Verwendung unserer Bordkarte zum bezahlen nicht mehr Aktiv. Ab jetzt ist nur noch Bares, Wahres. Doch davon hatten wir nichts ;o)

Diese Nacht gehts noch nach Alesund. Wenn es Polarlicht gebe, 8/8 Bewoelkung vereitelt jede Sicht

12. Tag

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Heute nun ist unser letzter Tag an Bord. Kofferpacken ist angesagt und die Kabinen sind bis zehn Uhr zu raeumen. Die Koffer sind fuer den Gepaeckdienst am Fahrstuhl aufgestellt. Das Gepaeck dank Heikes Geschick und neuer Handgepaeckstasche so aufgeteilt, dass es am naechsten Tag am Check In keine boese Ueberraschung geben wird.

Wir nutzten die Zeit um noch ein wenig zum Relaxen. Erst an Deck 8, in der Naehe der Reiseleitung. Als dann "Camelle", (Koelnerin) Heikes imaginaerer Zwilling (beide hatten die gleiche orangefarbene Jacke) mit Mann und Wuerfelspiel den Platz eroberten, suchten wir in der Beobachtunglounge eine ruhigeres Plaetzchen. Mit Kaffee ging nun unsere Reise dem Ende entgegen. Mit 45 minuetiger Verspaetung erreichten wir Bergen. Die Reiseleitung organisierte zuvor noch fuer einige, deren Anschluss in Gefahr war, entsprechende Verbindungen. Uns tangierte das nicht, da wir noch eine Nacht in Bergen bleiben.

Das Ausschiffen geschah Deck fuer Deck um Chaos am Gepaeckband zu vermeiden. Da wir aber nun schon fast am Ausgang waren, wurde unser Mogelversuch vom zum Tuersteher vergatterten Hotelmanager bestimmt aber freundlich vereitelt. Also warteten wir bis wir dran sind und beobachten das Treiben. Andere Mogelanten wurden weit schroffer zurueck gewiessen. Endlich sind wir dran. Unten am Gepaeckband fanden wir sehr schnell unsere sieben Sachen und schauten draussen nach den Shuttlebus zum Hotel.

Das Gepaeck wurde im Bus verstaut, doch bevor es los ging sammelte der Busfahrer die Transfertickets ein. Obwohl wir solch ein Ticket nicht unser Eigen nennen konnten, erstanden wir nach kurzer Diskussion zwei Tickets fuer je 50 NOK und haben damit doch einen guten Schnitt gemacht. Nach ca. 15 minuetiger Fahrt durch die Stadt kamen wir an unserem Hotel an. Obwohl der Busfahrer jedes Hotel ansagte, konnten wir so wirklich nur unseren Hotelnamen verstehen. Wir checkten ins Strandhotel, nahe der Stadtmitte ein. Trotz eher nicht so guter Hotelbewertungen, konnten wir uns nicht Beschweren. Es war sauber und wir wurden hoeflich und freundlich empfangen. Nur auf unsere Frage zum Flughafentransfer verwies er uns auf den, fast vor der Tuer abfahrenden Flybus bzw. Taxi. Da wir den Transfer nicht zu 100% mit Hurtigruten vereinbart hatten und wir den Flug getrennt organisierten, war das nicht so schlimm. Wir nutzten am Morgen den Flybus. Den Abend nutzten wir um das schoene Bergen noch etwas Naeher kennen zu lernen. Zum Fischmarkt kamen wir nicht mehr. (Ein weiteres Ziel einer neuen Reise) Aber zur anderen Bucht wanderten wir und erhaschte vom Schloss aus einen letzten Blick auf unser Schiff. Danach gab es noch einen netten Sonnenuntergang.

Nach einer doch recht angenehmen Nacht und angenehmen Fluegen kamen wir bei Sonnenschein in Hamburg an und auch unser Gepaeck war diesmal mit dabei.

Wir loesten unser Auto aus und traten entspannt unsere Heimreise an.

Fazit: eine unbeschreiblich Schoene, mit allen Fasseten gewuerzte Reise, die nach einer Wiederholung schreit.